Willi Stächele treibt wissenschaftliche Aufarbeitung der Diersheimer Funde voran

Verein für Heimatgeschichte Diersheim 1991 e.V. plant Ausstellung zu Sueben-Gräbern

04.02.2021, 15:32 Uhr
Willi Stächele (Mitte) mit Diersheims Ortsvorsteherin Doris Bleß im September letzten Jahres bei den Ausgrabungen in Diersheim.
Willi Stächele (Mitte) mit Diersheims Ortsvorsteherin Doris Bleß im September letzten Jahres bei den Ausgrabungen in Diersheim.

Nachdem die Ausgrabungen im Gewann „Fachheu“ in Rheinau-Diersheim im Dezember letzten Jahres beendet wurden, setzt sich der Landtagsabgeordnete Willi Stächele (CDU) dafür ein, dass die Funde jetzt zeitnah wissenschaftlich aufgearbeitet werden.

„Bei meiner Sommertour im September habe ich die Ausgrabung der elbgermanischen Sueben-Gräber aus den ersten beiden Jahrhunderten unserer Zeitrechnung besucht und war absolut begeistert von der dort geleisteten Arbeit“, sagte Stächele. Man habe insgesamt 54 Gräber mit Urnen und Grabbeigaben gefunden, weitere würden vermutet. „Mit dem Jahresende 2020 endeten auch die Arbeitsverträge des Grabungsleiters Uwe Müller und seines Assistenten Tobias Janouschek“, so Stächele.
Da der Verein für Heimatgeschichte Diersheim 1991 e.V. eine Ausstellung mit den interessantesten Objekten organisieren wolle und eine Dokumentation zu den Grabungen plane, habe er sich sowohl an das Landesamt für Denkmalpflege als auch an die Staatssekretärin im Baden-Württembergischen Wirtschaftsministerium, Katrin Schütz, gewandt, um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Funde voranzutreiben.
„Viele der Urnen sind gemeinsam mit anderen Fundstücken ins Archäologische Institut der Universität Freiburg verbracht worden“, sagte Stächele. Ohne eine zügige wissenschaftliche Befundung könne der Diersheimer Verein für Heimatgeschichte seine Pläne in den kommenden Jahren aber nicht umsetzen. „Und das wäre sehr schade“, so Stächele. „Die interessanten Fundstücke müssen unbedingt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“
Die Grabung vergangenes Jahr war die letzte einer fünfjährigen Serie. Sie war ein Gemeinschaftsprojekt des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg und des Instituts für Provinzialrömische Archäologie der Uni Freiburg. Die Fundstücke werden auf das 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. datiert und belegen, dass zu dieser Zeit Menschen aus dem elbgermanischen Raum eingewandert waren – eine Tatsache, die den Historikern bisher unbekannt war.
 
Foto: Willi Stächele (Mitte) mit Diersheims Ortsvorsteherin Doris Bleß im September letzten Jahres bei den Ausgrabungen im Gewann „Fachheu“.