Eine zweite Windkraftanlage auf der Hornisgrinde?

Die CDU-Landtagsabgeordneten Willi Stächele und Tobias Wald zeigen sich offen diese Idee

17.07.2020
Matthias Griebl (v.l.n.r.) mit den Landtagsabgeordneten Willi Stächele und Tobias Wald
Matthias Griebl (v.l.n.r.) mit den Landtagsabgeordneten Willi Stächele und Tobias Wald

Eine zweite Windkraftanlage auf der Hornisgrinde, das wünscht sich der Betreiber des bestehenden Hornisgrinde-Windrads Matthias Griebl. Der Artenschutz macht ihm bislang einen Strich durch die Rechnung, denn in wenigen hundert Metern Entfernung befindet sich eine geschützte Auerhahn-Population.

Nun haben sich die mittelbadischen CDU-Landtagsabgeordneten Willi Stächele und Tobias Wald mit einem Ministerbrief und der Bitte um weitere Details zur nicht erteilten artenschutzrechtlichen Genehmigung an das baden-württembergische Umweltministerium gewandt. In dem Brief schreiben die beiden Abgeordneten an Umweltminister Franz Untersteller (Grüne), dass sie einen Ausbau der Windkraft im windschwachen Baden-Württemberg und in unberührten Waldgebieten zwar kritisch sehen, die Hornisgrinde als Windkraft-Standort aber durchaus Sinn machen würde.
„Die Hornisgrinde ist der windhöffigste Standort in ganz Baden-Württemberg, zudem ist durch die bestehende Windkraftanlage bereits die notwendige Infrastruktur und Zuwegung vorhanden. Für eine zweite Anlage müsste kein einziger Baum gefällt werden“, erklärt Willi Stächele seinen Einsatz für das zweite Hornisgrinde-Windrad.
„Entscheidend ist auch, dass die Hornisgrinde mehrere Kilometer von den nächsten Wohngebieten entfernt liegt“, betont Tobias Wald. „Die Energiewende wird nur dann von der Bevölkerung unterstützt, wenn sie im Einklang mit Mensch und Natur geschieht. Bei den immer höher werdenden Windkraftanlagen ist ein ausreichend großer Abstand zur Wohnbebauung der entscheidende Faktor, um eine breite Akzeptanz zu erreichen. Infraschall und Schall, also nicht-hörbarer und hörbarer Lärm, haben nur dann keine gesundheitsgefährdenden Auswirkungen, wenn die Anlagen in ausreichend großer Entfernung stehen. Bei der Hornisgrinde ist das der Fall, im Gegensatz zu vielen anderen Standorten.“
Die Hornisgrinde ist der höchste Berg im Nordschwarzwald, dort werden seit 1994 Windkraftanlagen betrieben. Damals handelte es sich um den ersten Windpark in Baden-Württemberg. Im Jahr 2015 wurden die drei älteren Anlagen durch eine neue, leistungsstärkere Windkraftanlage ersetzt. Der Betreiber Matthias Griebl möchte gemeinsam mit dem E-Werk-Mittelbaden eine zweite Anlage, ca. 250 Meter südlich des bestehenden Windrads, errichten.