Mehr Achtung vor Landwirten

05.03.2020 | Mittelbadische Presse
Mehr Achtung vor Landwirten
Mehr Achtung vor Landwirten


Der CDU-Agrarausschuss der Ortenau tagte in Oberkirch zum verabschiedeten Eckpunktepapier der Landesregierung. Dabei diskutierte er auch über die Perspektive der Landwirte.

Die Treffen des CDU-Agrarausschusses der Ortenau zählen seit Jahrzehnten zu den besonderen Begegnungen zwischen Politik und Landwirtschaft. Am Wochenende war Mitglied des Landtags, Willi Stächele, zu einem agrarpolitischen Gespräch in die Räume des Obstgroßmarktes eingeladen. Das teilt das Büro von Willi Stächele in einer Pressemitteilung mit.

Das vor kurzem verabschiedete Eckpunktepapier der Landesregierung spielte in der Diskussion eine zentrale Rolle, aber auch Themen, die den Agrarbereich bewegen, kamen nicht zu kurz. Das Volksbegehren Biene, welches die Schlagzeilen der vergangenen Monate bestimmt hatte, soll nun nach einem Eckpunktepapier in einen Gesetzentwurf des Landes einfließen.

Landwirtschaft sichern

Egon Busam, Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), mahnte, den Bürgerantrag der Landwirte, der mit großer Unterstützung zum Thema Landwirtschaftspolitik für die Zukunft eingebracht worden ist, gleichwertig mit der Gesetzesdiskussion im Landtag zu behandeln. Letztlich gehe es darum, ein Überleben der Landwirtschaft zu sichern und nicht jungen Landwirten mit ständig neuen Auflagen jede betriebswirtschaftliche Ausübung des Berufs unmöglich zu machen. Über den notwendigen und verantwortbaren Einsatz von Pflanzenschutzmittel müssen die Verbraucher besser informiert werden, so die einhellige Auffassung.

Die Präsidentin des Landfrauenverbands Südbaden, Rosa Karcher, forderte mehr Information über Landwirtschaft, Produktion und Standards regionaler Produkte in den Schulen, heißt es. Nur so könne ein Wissen vermittelt werden, dass Lebensmittel aus hiesiger Produktion mehr Garantie für hohe Umweltstandards bieten, als Erzeugnisse aus Übersee. Der Verbraucher, so Rosa Karcher, müsse auch auf die Verwendung hiesiger Nahrungsmittel hingeführt werden.

Willi Stächele, der als Minister auch vier Jahre für die Landwirtschaft verantwortlich gewesen war, erinnerte an das immerwährende Bemühen, der Bevölkerung die Bedeutung von Nahrungsmittelsicherheit im eigenen Lande nahe zu bringen. Die aktuellen Vorsorgemaßnahmen zur möglichen Corona-Epidemie hätten deutlich aufgezeigt, was Nahrungsmittelsicherheit einem Land bedeuten muss. Es sei eine neue Offensive angesagt, um die Landwirtschaft in der heimischen Region zu sichern, betonte der ehemalige Minister.

Appell an den Landtag

Zu viele Landwirte geben derzeit auf. Es sei höchste Zeit, dass die gebotene Wertschätzung den Landwirten gegenüber erbracht werde, so sein Fazit. Laut Pressemitteilung des Büros von Willi Stächele appellierten die Teilnehmer an den Landtag, den Gesetzentwurf auf neue Bürokratiequellen, grundsätzliche Machbarkeit und klare gesetzgeberische Vorgaben abzuklopfen, ohne unkalkulierbare Verwaltungsvorschriften.